Einführung in das Social-Media-Branding

Worauf es bei der Markenführung auf Social-Media-Plattformen ankommt

Das Betreiben von Social-Media-Kanälen stellt für viele Unternehmen einen essenziellen Bestandteil ihrer digitalen Marketingstrategie dar. Aufgrund der hohen internationalen Konkurrenzdichte müssen Unternehmen besonderes Augenmerk auf das Branding legen, um ihre Zielgruppen bestmöglich anzusprechen und in deren Gedächtnis zu bleiben.

In diesem Artikel erklären wir euch zuerst, wie Branding funktioniert und welche Ziele ihr damit erreichen könnt. Im Anschluss gehen wir auf die Besonderheiten des Social-Media-Brandings ein. Zudem geben wir euch Einblicke in eines unserer Social-Media-Projekte.

Branding 101: Sinn und Zweck

Das Branding umfasst diverse Maßnahmen, die der Markenbildung und der Markenführung dienen. Dazu zählen unter anderem die Festlegung des Markennamens und der Markenwerte, die Erstellung der Brand Story und des Brand Designs sowie die Entwicklung einer Markenstimme.

Mithilfe von Branding könnt ihr eure Marke vom Wettbewerb differenzieren, strategisch eine gezielte Marktposition einnehmen und dadurch euer öffentliches Image verfestigen. Professionelles Branding unterstreicht, was eure Produkte/Dienstleistungen einzigartig macht („unique selling points“ – USPs) und vermittelt gleichzeitig Emotionen und Unternehmenswerte. In der Praxis bedeutet dies, dass ihr nicht nur die Hard Facts über euer Angebot nach außen kommuniziert, sondern auch den emotionalen Nutzen.

Mit Branding verfolgen Unternehmen das übergeordnete Ziel, eine emotionale Verbindung zwischen ihrer Marke und ihrer Zielgruppe herzustellen. Dieses Gefühl der Verbundenheit ist von großer Bedeutung, da die rein rationalen Vorteile von Produkten/Dienstleistungen in vielen Fällen nicht mehr für eine ausreichende Marktdifferenzierung genügen. Mittels Branding wird eure Marke für eure Kundinnen und Kunden greifbar und sie können sich mit ihr identifizieren. Damit legt ihr die Basis für eine langanhaltende Kundenbindung.

Branding auf Social-Media-Kanälen

Auf einem iPhone ist ein Unterordner geöffnet, der mit Social-Media-Apps gefüllt ist.

Es bedarf strategisches Vorgehen, Sorgfalt und Kreativität, um eine Marke erfolgreich auf Social-Media-Plattformen zu etablieren. Gemäß unserer Erfahrung solltet ihr beim Social-Media-Branding vor allem auf folgende Aspekte achten:

  • Relevante Plattformen: Bevor ihr anfangt, viel Zeit in die Content-Produktion für diverse Social-Media-Kanäle zu investieren, solltet ihr genau analysieren, welche von ihnen am besten für eure Marke geeignet sind. Dies hängt primär davon ab, auf welchen Plattformen eure Zielgruppen aktiv sind. Beispielsweise könnt ihr auf LinkedIn B2B-Kundinnen und -Kunden und auf TikTok vor allem junge Konsumentinnen und Konsumenten ansprechen. Die Umsetzung einer Social-Media-Brandingstrategie ist ressourcenintensiv, deshalb empfehlen wir euch, euch zuerst auf die wichtigsten zwei bis drei Plattformen zu konzentrieren.
  • Einheitliche Markenwahrnehmung: Eine einheitliche Markenwahrnehmung auf allen Marketingkanälen ist unabdingbar, um euren Wiedererkennungswert zu sichern. Auf euren Social-Media-Profilen gilt es, das individuelle Look-and-feel (Farben, Schriften, Formen, Tonalität, …) eurer Marke weiterzuverbreiten und gleichzeitig die Anforderungen und Trends der jeweiligen Plattform zu berücksichtigen.
  • Content zum Teilen: Um eure Marke auf Facebook, Instagram und Co. bekannter zu machen, benötigt ihr eine aktive Community, die eure Inhalte gerne teilt und an andere User:innen verschickt. Wir raten euch, eure Zielgruppen genau zu analysieren, um herauszufinden, welche Themen sie beschäftigen. Interaktiver Content, zum Beispiel eine Story mit einer spannenden Abstimmung, wird von einer großen Mehrheit der User:innen gerne weiterverbreitet.
  • Visuelles Branding: Ein einzigartiges Posting-Design, das euer Branddesign gut repräsentiert, ist ein fester Bestandteil einer professionellen Social-Media-Strategie. In den meisten Fällen ist der optische Eindruck entscheidend, ob sich User:innen genauer mit einem Beitrag auseinandersetzen und das dazugehörige Profil besuchen. Der Wiedererkennungswert eurer Marke ist nicht nur plattformübergreifend von Bedeutung, sondern auch innerhalb desselben Profils relevant. Beim Designen der unterschiedlichen Beitragsarten (Feed-Beiträge, Stories, Reels, …) muss grundsätzlich dasselbe Look-and-feel angestrebt werden. 
  • Community Management: Das aktive Community-Management ist genauso Teil des Social-Media-Brandings wie das regelmäßige Veröffentlichen von zielgruppenrelevantem Content. Achtet auf die Kommentare und Konversationen über eure Marke und interagiert mit den Inhalten. Etwaige Kritik solltet ihr nicht ignorieren, sondern auf sie eingehen und bestmöglich versuchen, ein negatives Kundenerlebnis in eine positive Erfahrung zu verwandeln. Mit transparenter Kommunikation fördert ihr den Aufbau einer loyalen Social-Media-Followerschaft.
  • Kooperation mit Influencer:innen: Für eine Steigerung der Markenbekanntheit entscheiden sich viele Unternehmen für die Zusammenarbeit mit Influencer:innen. Wenn ihr eine derartige Kampagne plant, solltet ihr euch ausführlich mit dem öffentlichen Image der Influencer:innen auseinandersetzen. Eure Markenidentität und eure Markenwerte müssen weitgehend zu der Persönlichkeit und zu den zuvor geäußerten Einstellungen der Kooperationspartner:innen passen. Nur auf diese Weise wird die Kampagne von der Zielgruppe als glaubwürdig bewertet.
  • Laufender Prozess: Social-Media-Branding ist ein laufender Prozess! Langfristig erfolgreich könnt ihr nur sein, wenn ihr eure Marke pflegt und euren Content an unternehmensinterne sowie an externe Entwicklungen (neue Trends, veränderte Erwartungen und Bedürfnisse der Zielgruppen, neue Standards der digitalen Barrierefreiheit, …) anpasst. Mithilfe der Nutzung von Social-Media-Monitoringtools könnt ihr regelmäßig untersuchen, wie eure Follower auf unterschiedliche Posts reagieren und eure Inhalte gegebenenfalls optimieren.
  • Style Guide für Social Media: Nach dem Entwerfen eines Posting-Designs lohnt es sich, die eigenen Design-Entscheidungen in einem Style Guide festzuhalten. Dort dokumentiert ihr unter anderem, welche Schriften, Farbtöne und Abstände bei den einzelnen Beitragsarten zum Einsatz kommen sollen. Dadurch erleichtert ihr neuen Social-Media-Manager:innen den Einstieg in euer Unternehmen. Zusätzlich beschleunigt ihr den Designprozess, wenn ihr euch in Zukunft dazu entscheidet, noch weitere Social-Media-Kanäle zu betreiben.

Praxisbeispiel: Social-Media-Betreuung für die Arto Team GmbH

Laptop auf dem der Instagram Account "Arto-Team" geöffnet ist
Instagram-Profil der Arto Team GmbH

Seit Oktober 2023 betreut unser Social-Media-Team den Facebook- und den Instagram-Account der Arto Team GmbH. Das Arto Team ist in Norddeutschland ansässig und betreibt zwanzig Friseursalons sowie acht Friseurbedarf-Geschäfte. Durch die Social-Media-Aktivität möchte das Familienunternehmen sein Employer Branding stärken, neue Mitarbeiter:innen gewinnen und gleichzeitig neue Kundinnen und Kunden für die Salons akquirieren.

Beim Social-Media-Marketing legen wir in unserer Agentur großen Wert auf strategisches Vorgehen und detaillierte Planung, damit das Social-Media-Branding gelingt. Wir setzen uns genau mit den Zielgruppen sowie den branchen- und unternehmensspezifischen Besonderheiten unserer Auftraggeber:innen auseinander. Diese Erkenntnisse nutzen wir für die Erstellung von abwechslungsreichen, zielgruppenorientierten Redaktionsplänen. In regelmäßigen Redaktionssitzungen werden sämtliche Themen mit allen Projektbeteiligten besprochen.

Instagram-Beitrag über die Trendhaarfarbe Rich Copper Brunette, das Beitragsbild zeigt zwei Fotos der gefärbten Haare.
Beispiel: Instagram-Beitrag über eine Trendhaarfarbe

Für das Arto Team hat unsere Junior UX- und UI-Designerin Larissa Pelikan ein neues Posting-Design erstellt, das festlegt, wie die neuen Facebook- und Instagram-Profile optisch aussehen. Darüber hinaus ist sie für die laufende visuelle Gestaltung der Feed-Beiträge, Stories, Videos und Reels verantwortlich.

Praxiseinblick

Social-Media-Designprozess

Mir ist wichtig, dass beim Design die Kontinuität eingehalten wird und dass die Botschaft jedes Posts schnell bei den User:innen ankommt. Ich achte deshalb darauf, dass die visuelle Gestaltung der Posts nicht von der Stilvorlage abweicht, jedoch soll trotzdem auf den ersten Blick erkennbar sein, welches Thema behandelt wird. Beim Gestalten einer Stilvorlage für Social-Media-Beiträge achten wir in unserer Agentur stets darauf, dass diese anpassungsfähig und flexibel ist, da die sozialen Netzwerke über unterschiedliche Posting-Formate verfügen. Das Design muss grundsätzlich mit allen gängigen Plattformen kompatibel sein und den wesentlichen Inhalt hervorheben.

Larissa // Junior Motion und UX/UI-Designerin

Hochwertige Posts verfügen nicht nur über ein ansprechendes Design, sondern auch über informative Text-Bestandteile und Beschreibungen. Unsere Content Writer:innen setzen die Markenstimme unserer Kundschaft auf Social-Media-Kanälen um, vermitteln ihre Werte und integrieren wichtige Keywords und Hashtags, sodass die Profile einfacher von potenziellen Kundinnen und Kunden gefunden werden können. Auf den Arto Team-Profilen werden diverse Themen aus der Friseurwelt behandelt und es gibt vielfältige Einblicke in das Unternehmen und die einzelnen Standorte. Mithilfe des neuen Designs und unserer Content-Strategie konnten wir die Bekanntheit der Arto Team GmbH in ihrer Region in den ersten Monaten signifikant steigern. Jeder neue Post stärkt das Social-Media-Branding und fördert die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Instagram-Beitrag über ein Barber-Seminar, auf dem Beitragsbild sieht man zwei Fotos der praktischen Übungen.
Beispiel: Instagram-Beitrag über ein Seminar

Fazit

Social-Media-Branding ist unabdingbar, damit sich eure Marke auf sozialen Netzwerken von der Konkurrenz abhebt. Aufgrund dessen sollten Branding-Elemente (Schriften, Farben, Markenstimme, …) immer bei der Content-Planung und -Produktion berücksichtigt werden.